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Als „besonders geliebter Arbeit“ hat Fontane Irrungen, Wirrungen „tausend Finessen mit auf den Lebensweg gegeben“. Anreiz genug, heutzutage als Wegbegleiter zu fungieren? Viele Aspekte sind Zeitkolorit, Ausbeutung von Arbeitskraft wird angedeutet, mehr nicht. Erzählerisch brillant, thematisch ein Auslaufmodell? Im Gegenteil: Das Intrigenthema karikiert adliges Handeln, faule Tricks, zur Posse absinkend. Zugleich Mechanismen, die unserem Verhalten verdächtig nahe kommen. Wenn Lene eine Gegenintrige startet, werden eigene Wunschvorstellungen aktiviert. Ihr Backfischtraum scheitert, Botho entflieht seinem Kerker nicht, der zum Puppenkasten mutiert. Käthe an seiner Seite wirkt dalbrig, ist aber raffinierter, als Botho lieb sein kann. Anspielungen zuhauf mildern ab, steigern: Bibelgleichnis, klassische Texte, Märchen Andersens, der Grimms. Fontanes Schreibweise wird vielfältig beleuchtet: Verdecktes Spiegeln, polemische Finessen. Das Briestsche „Männer männlich, Weiber weiblich“ steht auf dem Prüfstand, Fontanes Finessen gebieten geradezu, eigene Vorstellungen entwickeln. Viel Neues ist zu entdecken, Überlegungen zur Herkunft des Stoffes eingeschlossen. Und: Bleibt bei den Rienäckers letztlich alles im Lot? Bislang unbekannte Lesarten sprechen dagegen. Der Autor Hans-Peter Fischer studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie in Köln und Tübingen. Gymnasiallehrer bis 2009. Er publizierte Erzählungen, Gedichte sowie zwei Bände mit Interpretationen nebst schuldidaktischem Anhang zu Fontanes Irrungen, Wirrungen und Effi Briest.
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Kaum ein Romanschluss hat mehr frappiert als der Schlusssatz in „Irrungen, Wirrungen“. Beim Frühstück sagt der Adlige zu seiner Frau: „Gideon ist besser als Botho“. Bei der Bewertung zweier Namen platziert er den eigenen – Botho – hinter den des Fabrikmeisters Franke. Der ehelicht ausgerechnet seine ehemalige Geliebte, Lene Nimptsch, und Käthe, Bothos Frau, amüsiert sich über komische Namen einer Hochzeitsanzeige, erfährt nicht, um wen es sich handelt. Was mag Botho meinen, attestiert er einem Mitglied des vierten Standes Zukunft, sich aber nicht? „Die Wirklichkeiten fangen an“. Bothos Satz: Große Worte oder bloß Lapidares? Letzteres. Im Klub wird „wirklich“ hoch gepokert, der Satz konterkariert ihn, seinen Stand. Schon der Titel „Irrungen, Wirrungen“ spiegelt vor, dass vieles unterschwellig verläuft, sich ein für die Beteiligten schmerzhafter Prozess abspielt. Die Aufsatzthemen fangen Nuancen ein, von Fontane kunstfertig gespiegelt. Die „Perlen“ zeigen die Raffinesse des Tatsächlichen, die Phantasmagorien, was sich ereignet haben könnte. Clara Poggendorf, vierter Stand,behauptet, Fontane habe ihr Leben im Roman nachgezeichnet: Was komisch beginnt, endet tragisch. Das Drehbuch „Schlangenbad“ assoziiert „Schlangengrube“, die Kutschszene fügt den Romanintrigen eine weitere hinzu, verleiht dem Ablauf eine bissige Note.
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